Bildung für nachhaltige Entwicklung – Zukunft gemeinsam gestalten
Als BNE-zertifizierte Schule Rheinland-Pfalz der Stufe 2 verstehen wir Bildung für nachhaltige Entwicklung als festen Bestandteil unseres Unterrichts und unseres Schullebens. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen, unterschiedliche Perspektiven bewerten und lernen, ihre Zukunft verantwortungsvoll mitzugestalten.
Dabei bleibt Nachhaltigkeit nicht bei theoretischem Wissen stehen: Die jungen Menschen entwickeln eigene Ideen, übernehmen Verantwortung und erleben, dass ihr Handeln etwas bewirken kann.
Unsere Zukunftsschmiede
Den Ausgangspunkt bildete 2022 die Teilnahme am Klimaschutzwettbewerb „young climathon“. Anschließend ermittelte die Schulgemeinschaft den CO₂-Fußabdruck der Schule und gründete die Zukunftsschmiede. In diesem Nachhaltigkeitsteam arbeiten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte gemeinsam daran, den Schulalltag in verschiedenen Bereichen nachhaltiger zu gestalten.
Unsere Arbeit konzentriert sich insbesondere auf:
- nachhaltige Ernährung,
- bewussten Konsum und Ressourcenschonung,
- Müllvermeidung und Mülltrennung,
- Energie- und Klimaschutz,
- nachhaltige Mobilität,
- biologische Vielfalt,
- globale und soziale Verantwortung.
Unsere Projekte
Nachhaltigkeit wird an unserer Schule in zahlreichen Projekten praktisch erfahrbar:
- Im Unverpackt-Kiosk werden gesunde und möglichst nachhaltig erzeugte Lebensmittel angeboten. Dabei achten wir auf unverpackte beziehungsweise wiederverwendbare Verpackungen sowie auf biologische, regionale und fair gehandelte Produkte.
- Unsere Tauschschränke für Bücher, Kleidung, Spiele und Schreibwaren zeigen, dass gut erhaltene Dinge weitergegeben und gemeinsam genutzt werden können.
- Die Klimaschutz-AG beschäftigt sich unter anderem mit dem Energieverbrauch in den Klassenräumen, dem CO₂-Fußabdruck der Schule und Möglichkeiten zur Einsparung von Energie.
- Die Umweltbeauftragten der Klassen unterstützen die richtige Mülltrennung und tragen Informationen und Ideen in die Schulgemeinschaft.
- Projekttage zu Zero Waste, Upcycling und Ressourcenschutz verbinden Wissen mit kreativem und praktischem Arbeiten.
- Aktionen zugunsten von Mary’s Meals, die Teilnahme an der Aktion Tagwerk und weitere soziale Projekte erweitern den Blick auf globale Verantwortung und gesellschaftliche Teilhabe.
Unser Schulgarten – ein Lernort zum Mitmachen
Ein besonderer Lern- und Erfahrungsraum ist unser Schulgarten. Zu ihm gehören:
- ein rund 80 Quadratmeter großer Gemüseacker,
- mehrere Hochbeete,
- ein Obst- und Beerengarten,
- ein Färbergarten,
- eine Wildblumenwiese,
- eine Steinpyramide als Lebensraum für Insekten und andere kleine Tiere.
Der Gemüseacker wird in Zusammenarbeit mit Acker e. V. von Schülerinnen und Schülern bewirtschaftet. Sie säen, pflanzen, jäten, mulchen und ernten. In einer mobilen Outdoor-Küche können die angebauten Lebensmittel anschließend gemeinsam verarbeitet werden. So erfahren die Jugendlichen unmittelbar, wo unsere Lebensmittel herkommen, wie viel Arbeit in ihrem Anbau steckt und welche Bedeutung eine nachhaltige Ernährung für Umwelt und Klima besitzt.
Nachhaltigkeit im Unterricht
Bildung für nachhaltige Entwicklung ist auch im Unterricht fest verankert. Im schuleigenen Wahlpflichtfach BNE arbeiten Schülerinnen und Schüler unter dem Motto „17 Ziele – 17 Taten“ an eigenen Vorhaben zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen.
Dabei entstehen beispielsweise Projekte zu:
- nachhaltiger Ernährung und Kosmetik,
- verantwortungsvollem Konsum,
- Klimaschutz und biologischer Vielfalt,
- dem Umgang mit Wasser,
- Frieden und gesellschaftlicher Verantwortung,
- der Unterstützung bedürftiger Menschen.
In den MINT-Fächern machen die Klimakoffer der Ludwig-Maximilians-Universität die Ursachen und Folgen des Klimawandels durch Experimente anschaulich und verständlich.
Klima-Welt-Aktionstag: Ernährung und Klimaschutz
Beim bundesweiten Klima-Welt-Aktionstag beschäftigten sich unsere Ganztagsklassen der Jahrgangsstufe 5 mit der Frage, wie Ernährung und Klimaschutz zusammenhängen. Die Schülerinnen und Schüler lernten Grundgedanken einer klimafreundlichen Ernährung und der „Planetary Health Diet“ kennen.
Anschließend ernteten sie saisonales Gemüse direkt auf unserem Schulacker und bereiteten daraus gemeinsam ein klimafreundliches Buffet zu. Angeboten wurden unter anderem Ofenkartoffeln, Mangold-Tarte, Palmkohlchips, Kräuterquark mit Pumpernickel, Kichererbsen-Hummus, Vollkornbrot aus frisch gemahlenem Mehl, Zucchinisuppe und glutenfreie Haferflocken-Bagels. So wurde nachhaltige Ernährung nicht nur besprochen, sondern gemeinsam ausprobiert und genossen.
Pflanzenfarben im Kunstunterricht
Wie sich BNE mit Kunst, Kultur und Naturwissenschaft verbinden lässt, zeigte ein Workshop der Klasse 5b zum Malen mit selbst hergestellten Pflanzenfarben. Aus Rotkohl wurde nach traditioneller Technik Pflanzensaft gewonnen. Durch die Zugabe von Zitronensaft oder Natron entstanden unterschiedliche Farbtöne, mit denen die Schülerinnen und Schüler eigene Bilder gestalteten.
Angeleitet wurde der Workshop von zwei Schülerinnen der Klasse 7c, die zuvor im BNE-Unterricht zu sevengardens-Dialogerinnen ausgebildet worden waren. Sevengardens ist ein weltweit tätiges Netzwerk, das sich mit der Gewinnung natürlicher Pflanzenfarben, kulturellem Austausch und nachhaltigem Lernen beschäftigt.
Passend dazu wurde auf unserem Schulgelände ein eigener Färbergarten angelegt. Die dort wachsenden Pflanzen sollen künftig für weitere Workshops und Unterrichtsprojekte genutzt werden. Das Projekt zeigt zugleich, wie Schülerinnen und Schüler erworbenes Wissen an jüngere Jahrgänge weitergeben und selbst Verantwortung für Lernprozesse übernehmen.
Mehrfach ausgezeichnetes Engagement
Das Engagement unserer Schulgemeinschaft wurde mehrfach gewürdigt:
- 2023 erhielt unsere Schule den ersten Preis im SCHOTT-Förderprojekt für Schule und Klimaschutz.
- 2024 folgten die Zertifizierung als BNE-Schule Rheinland-Pfalz und eine weitere Förderung durch SCHOTT in Höhe von 10.000 Euro.
- 2025 wurde unsere Schule zum dritten Mal in Folge mit dem SCHOTT-Förderpreis ausgezeichnet. Das Preisgeld von 12.500 Euro wird für die Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitsprojekte eingesetzt – unter anderem für ein geplantes Gewächshaus.
Die Auszeichnungen sind für uns Anerkennung und Ansporn zugleich. Unser Ziel bleibt, Nachhaltigkeit dauerhaft im Unterricht, im Schulleben und in der Gestaltung unseres Schulgeländes zu verankern und unsere Schule Schritt für Schritt zu einem zukunftsfähigen Lern- und Lebensort weiterzuentwickeln.
12.500 Euro für die "Zukunftsschmiede": Carl-Zuckmayer-Schule Nierstein zum dritten Mal in Folge mit Schott-Förderpreis.
Der Landrat zu Gast in Nierstein:
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