Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
#dubistwillkommen – unsere Haltung
Seit 2017 gehört die Carl-Zuckmayer-Realschule plus und Fachoberschule dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an. Dieser Titel bedeutet nicht, dass es an unserer Schule niemals Diskriminierung, Ausgrenzung oder Gewalt gibt. Er ist vielmehr eine dauerhafte Selbstverpflichtung: Wir schauen hin, beziehen Stellung und suchen gemeinsam nach Wegen für ein respektvolles Zusammenleben.
Diese Verantwortung bringen wir mit unserer Haltung #dubistwillkommen zum Ausdruck. Jeder Mensch soll sich unabhängig von Herkunft, Muttersprache, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung, individuellen Fähigkeiten oder persönlichen Voraussetzungen als wertvoller Teil unserer Schulgemeinschaft erleben.
Willkommen zu sein bedeutet für uns auch, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Deshalb treten wir Rassismus, Antisemitismus, menschenfeindlichen Äußerungen, Mobbing und jeder anderen Form von Diskriminierung entschieden entgegen.
Erinnern, verstehen und Verantwortung übernehmen
Demokratische Werte und Menschenrechte sind nicht selbstverständlich. Wer gegenwärtige Formen von Ausgrenzung und Gewalt verstehen und ihnen widersprechen möchte, muss sich auch mit ihrer Geschichte auseinandersetzen.
Deshalb verbinden wir historisch-politische Bildung mit konkreten Erfahrungen:
- Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich im Unterricht mit Ausgrenzung, Verfolgung, Mitläufertum und Widerstand während des Nationalsozialismus.
- Klassen suchen die Stolpersteine in Nierstein auf, recherchieren die Lebensgeschichten der verfolgten Menschen und beteiligen sich an ihrer Pflege.
- Unsere Schule wirkt am Gedenken an das Kornsandverbrechen mit.
- Unterrichtsprojekte, Lektüren, Ausstellungen und Lesungen greifen Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Propaganda, Fake News, Verschwörungserzählungen und Hassrede auf.
- Schülerinnen und Schüler entwickeln eigene Beiträge, Podcasts, Ausstellungen und Führungen.
- Beim Marktplatz für Demokratie und weiteren Veranstaltungen machen wir unser Engagement auch außerhalb der Schule sichtbar.
„Gewalt hat eine Geschichte“
Eine besondere Bedeutung besitzt für uns das Präventionsprojekt „Gewalt hat eine Geschichte“. Es wird vom Jugendhaus Oppenheim und dem Oppenheimer Geschichtsverein in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte KZ Osthofen und weiteren Partnern getragen.
Unsere Schule war bereits 2021 Veranstaltungsort des Projekts und beteiligte sich mit mehreren Beiträgen. Dazu gehörten Projekte über Rassismus und Hassrede, regionale Erinnerungsarbeit, Besuche der Gedenkstätte und die Frage, wie Gewalt entsteht und welche Verantwortung Einzelne und Gruppen tragen.
Im Rahmen des Projekts gestaltete eine zehnte Klasse später die Ausstellung „Entartete Kunst in der Zeit des Nationalsozialismus“. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich mit der Verfolgung von Kunstschaffenden, der Einschränkung kultureller Freiheit und dem menschenfeindlichen Weltbild des Nationalsozialismus auseinander. Ihre Arbeiten wurden in der Gedenkstätte KZ Osthofen öffentlich ausgestellt.
„Gewalt hat eine Geschichte“ macht deutlich: Gewalt beginnt nicht erst mit körperlichen Übergriffen. Sie kann sich in Sprache, Vorurteilen, Ausgrenzung, Propaganda und dem Schweigen derjenigen zeigen, die wegsehen. Erinnerung hilft uns, solche Entwicklungen zu erkennen und ihnen frühzeitig entgegenzutreten.
Kooperation mit der Gedenkstätte KZ Osthofen
Seit dem Schuljahr 2021/2022 arbeitet unsere Schule eng mit der Gedenkstätte KZ Osthofen und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz zusammen.
Zu dieser Zusammenarbeit gehören:
- Besuche von Klassen und Abschlussjahrgängen in der Gedenkstätte,
- Führungen und Workshops zur Geschichte des Konzentrationslagers Osthofen,
- die Auseinandersetzung mit den Lebensgeschichten ehemaliger Gefangener,
- pädagogische Projekttage und Fachgespräche,
- Ausstellungen in der Gedenkstätte und in unserer Schule,
- die Teilnahme an kulturellen und historischen Bildungsangeboten.
Bei der Ausstellung „Für jeden sichtbar“ wurden Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 und 10 von einem Mitarbeiter der Gedenkstätte darauf vorbereitet, selbst Führungen und Workshops für andere Klassen anzubieten. Dadurch werden Jugendliche nicht nur zu Lernenden, sondern auch zu Vermittlerinnen und Vermittlern von Geschichte.
Die Kooperation verbindet regionale Geschichte mit aktuellen Fragen: Wie entstehen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit? Warum folgen Menschen einer Diktatur? Welche Handlungsmöglichkeiten besitzen Einzelne? Und was können wir heute tun, um Demokratie und Menschenrechte zu schützen?
Courage zeigt sich im Alltag
Unsere Arbeit als Courage-Schule umfasst neben der Erinnerungsarbeit auch Prävention und das soziale Miteinander im Schulalltag. Dazu gehören unter anderem Streitschlichtung, Schulsozialarbeit, Medienbildung, Angebote gegen Mobbing und Hassrede sowie Projekte zu Respekt, Toleranz und Offenheit.
#dubistwillkommen und „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gehören für uns deshalb unmittelbar zusammen: Alle Menschen sollen dazugehören können – und alle tragen Verantwortung dafür, dass aus diesem Anspruch gelebte Wirklichkeit wird.


